Eine kleine Statistik

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Getestete Weissbiere: 316
Brauereien: 217

Wir haben zuletzt getestet am 11.11.2017:

Testverfahren

Eingestellt am: 05.03.2008 von Andre Linke

Wie testet der WBZ?

Geschmack und Gefallen sind höchst subjektive Dinge, die immer im Auge des Betrach­ters bzw auf der Zunge des Schmeckers liegen. Was dem einen schmeckt, findet der andere schlichtweg ungenießbar und umgekehrt. Diesen Aspekt als Chance zu begreifen, ist Grundlage unseres Test­verfahrens. Es sollen subjektive Ein­drücke gesammelt werden, um so ein relativ objektives Ge­samtbild zu kreieren.

Es wird in einer Skala von "0" - "10" bewertet, wobei "10" die beste von den insgesamt 11 Abstu­fungen darstellt. Die "5" bildet die Mitte und beschreibt daher den toten Punkt der Bewertung - das graue Mittelmaß, die Allerweltsflasche, das nur "trinkbare" Bier. Darunter ist nur negatives zu se­hen, darüber stehen die Nuancen des guten Geschmacks. Eine Ausnahme bildet die "0". Wer da­mit bewertet, hat den Probanden verschmäht - also in den Ausguss gekippt. Wer das Glas bis zur Neige leert, ist verpflichtet mindestens mit einer "1" zu werten.
Die Zahl "8" hat sich in diesem Zusammenhang als geradezu magisch erwiesen. Liegt der Durchschnitt der Bewerung darüber, so hat dieses Bier allen Testern gut geschmeckt; es hat sich somit in den sogenannten "8er-Club" katapultiert. Hier werden alle die Weißbiere aufgezählt, deren Test eine Erwähnung in unserer ganz speziellen "Hall Of Fame" rechtfertigt. Denn hier kann der Weißbierfan bedenkenlos zugreifen.

Bewertet werden letztlich vier Aspekte:

    - die Flasche
    - "Auftreten" im Glas
    - Geschmack
    - Nachgeschmack

Die Flasche
Dieser Punkt wurde mit in die Wertung einbezogen, da man zuweilen ein Bier nach diesem Um­stand auswählt, vor allem, wenn man es zuvor nicht kannte. Es spielt also durchaus eine Rolle, wie Flasche und Etikett gestaltet sind. Da hier in großem Maße Einheitsbrei in deutschen Bierkästen vorherrscht, sind hohe Bewertungen nur selten zu erwarten. In die Gesamtwertung fließt das Aus­sehen der Flasche zu 5% ein.

"Auftreten" im Glas
Hier werden durchaus wichtige Aspekte der Bewertung eines Getränkes zu­sammengefasst, die zwar von einiger Bedeutung sind, aber einen alleine stehenden Be­wertungspunkt nicht recht­fertigen. Dazu gehören der Geruch, das Aussehen im typischen Weißbierglas, die Schaumbildung und -festigkeit, der Kohlensäuregehalt und die Verteilung der Hefe. Alles fließt zusammen zu einem Urteil, das zu 15% in die Wertung eingeht.

Geschmack
Von einem zukünftigen Kauf macht der Weißbierliebhaber hauptsächlich diesen Aspekt abhängig, darüber kann es keine zwei Meinungen geben. Wenn es schmeckt, dann wird man vielleicht zum Wiederholungstäter. Wenn es nicht so gut geschmeckt hat, reißt auch die schönste Flasche und ein noch so wundervolles Aussehen nichts mehr raus. Darum hat der Geschmack den Einfluss von 50% auf die endgültige Wertung. In genauen Augen­schein werden Aroma, Spritzigkeit, Süffigkeit, Besonderheiten durch verschiedene In­haltsstoffe (Bittere durch Hopfen, Süße durch Malz, etc) und der Aspekt des "Durstlö­schens" genommen.

Nachgeschmack
"Man trifft sich immer zweimal im Leben", so lautet ein Sprichwort. Das gilt auch für Weiß­bier und Zunge, zumindest in übertragenem Sinne. Weißbiere hallen für gewöhnlich nach und bestechen durch einen ausgeprägten Abgang. Daher muss auch diesem Punkt eine gewichtige Rolle in der Bewertung eingeräumt werden - 30%.

Zum Abschluss des Testats erstellt der Schriftführer aus Kommentaren aus dem Test-Plenum ein kurzes, knackiges Fazit, zumeist nicht mehr als ein oder zwei Sätze. Dies verliert sich nicht in etlichen Details, sondern beschränkt sich auf die Essenz des Test­ergebnisses.

Wichtig ist bei der gesamten Bewertung die richtige Mischung aus ernsthaftem Test und Freude an der Sache. Kein Proband sollte durch irgendwelche persönlichen Einflüsse be­vorzugt oder gar in den Dreck gezogen werden, denn es steckt in jedem von ihnen viel Arbeit und nicht selten eine große Portion Herzblut. Daher haben sie alle Respekt und die größtmögliche Aufmerksamkeit verdient - selbst wenn die Geschmacksnerven in den Streik treten wollen. Verantwortlich ist jeder Tester jedoch nur seinem Gewissen, eine Be­einflussung von außen z. B. durch andere Tester ist nicht vorgesehen. Was nicht bedeu­tet, dass es bei der einen oder anderen Bewertung nicht zu lautem Protest kommen kann...