Eine kleine Statistik

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Aecht Schlenkerla Rauchweizen

Eingestellt am: 20.02.2009 von Andre Linke

Es war ja grade erst Valentinstag. Meine mich liebende und daher treusorgende Ehefrau hat mir eine Bierpost bestellt - wie sollte es anders sein ausschließlich mit Weißbieren bestückt. Bin ja Purist. Davon will ich in losen Abständen berichten. Den Anfang macht

Aecht Schlenkerla Rauchweizen aus Bamberg.

Das wollte ich schon immer mal einer genaueren Betrachtung unterziehen. Ist nun geschehen. Vorweg schicke ich folgendes Zitat:

"Dieweilen aber das Gebräu beim ersten Trunk etwas fremd schmecken könnt', laß dir's nicht verdrießen, denn bald wirst du innehaben, daß der Durst nit nachläßt, sintemalen dein Wohlbehagen sichtlich zunimmt."

Das Zitat stammt von der Homepage der Brauerei, die übrigens einen sehr sympathischen Eindruck hinterlässt. Macht doch neugierig, wenn es den Mut auch ein wenig dämpft. Erst durch Hölle, um in den Himmel zu gelangen? Also, gut, rein ins Glas. Oweia, Hefe in Massen, es macht eher den Eindruck eines dunklen Weißbieres. Sieht eigentlich nett aus. Aber dann...

Wer hat schon mal einen McRib bei McDonald's gegessen? Der Geruch erinnert massiv an dieses rauchige Aroma. Das mit dem Rauch ist sicherlich beabsichtigt, das mit der Fast-Food-Ketten-Assoziation bestimmt nicht. Es ist gut möglich, dass es nur mir so geht, ermutigend ist das schon wieder nicht. Aber wir sind ja nicht (nur) zum Spaß dabei. Ich wage den ersten Schluck.

OMFG. (Da mag sich jeder seinen Teil denken)

Das schmeckt auch noch wie der genannte Burger. Na gut, nur ein bißchen. Und ich mag den McRib eigentlich. Zu einem zünftigen Weißbier passt das aber meiner Meinung nach nicht. Das ist irgendwie zu anstrengend. Dennoch halte ich tapfer durch. Und ja, das mit dem obigen Zitat stimmt schon: Es tritt eine Gewöhnung ein. Nach einer Weile ist das sehr rauchige Aroma weniger störend und man kann fast schon sagen, dass es mir schmeckt. Leider nur fast - ich schaffe das Weißbier nicht bis zum Schluss. Das aber lag an den Unmengen toter Hefe in meinem Glas. Die konnte ich bei aller Disziplin nicht herunterstürzen.

Ein Fazit kann ich nur mit einem Wort ziehen: Anstrengend.

Dennoch ein Erlebnis, auf das sich jeder mal einlassen sollte. Das ist mal etwas ganz anderes und wer weiß? Dem einen oder anderen passt es vielleicht besser als mir.

Ich wünsche mir allerdings, das noch viel Zeit ins Land geht, bevor wir dieses Weißbier im Test-Plenum präsentiert bekommen. Ich kämpfe noch mit dem "Smoke on the Weißbier"...

Ars Bibendi

André