Eine kleine Statistik

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Getestete Weissbiere: 314
Brauereien: 216

Wir haben zuletzt getestet am 21.10.2017:

Das Weissbier: Ayinger Urweisse

Typ:

Original

So haben wir getestet:

Flasche: 5,5,6,6,6,6,7

Farbe & Geruch: 8,8,9,9,9,10,10

Geschmack: 8,9,9,10,10,10,10

Nachgeschmack: 8,8,9,9,9,9,10

Und so kam es zu der Gesamtnote von:

9.0160

Unser Fazit:

Ein typisches Original  - gut in der Farbe, frisch im Geruch, kräftig im Geschmack, keine Blöße im Nachgeschmack - so wie es sein soll!

Die Brauerei: Ayinger

Beschreibung: (Quelle: www.ayinger.de)


Die Verpflichtung, echte Bierkultur zu fördern, zu pflegen und zu erhalten.


Das Produkt Bier hat in Bayern von jeher einen außergewöhnlich hohen Stellenwert. Es ist nicht nur das sprichwörtlich „flüssige Brot“, sondern auch das gesellschaftliche „Bindemittel“ unserer Kultur, in der Werte wie Geselligkeit, Nachbarschaft, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Heimatverbundenheit eine große Rolle spielen. Die tiefe über Generationen gewachsene Verwurzelung in unserer Region bildet den Nährboden des Unternehmens Ayinger. So beruht die immer wieder mit hohen Auszeichnungen prämierte Qualität unserer Biere nicht allein auf den ausgesuchten Zutaten unserer Region und den Fähigkeiten unserer Braukunst.
Genauso wichtig ist der Geist, die Haltung, eben die Werte mit denen wir unserem Handwerk seit über 125 Jahren nachgehen. So ist mit der Herstellung unserer Ayinger Biere ein starkes wirtschaftliches, soziales und kulturelles Engagement zum Wohle aller verbunden – im Betrieb, in der Gemeinde und in der ganzen Region. Über die vielgerühmten Ayinger Bierspezialitäten hinaus haben diese wichtigen Komponenten auch dazu beigetragen, eine einzigartige Markenwelt entstehen zu lassen: “Aying, ein Gesamtkunstwerk“, wie es eine Fachzeitschrift einmal treffend formulierte. Dieses im Sinne echter Bierkultur zu pflegen und für die nächsten Generationen zu bewahren ist unser täglicher Auftrag.

Die Brauerei im Überblick

Gründungsjahr: 1878 Eröffnung der Neuen Brauerei: 1999
Geschäftsführer: Franz Inselkammer
Braumeister: Hans-Jürgen Iwan
Mitarbeiter: 80, davon 7 Auszubildende
Logistik: Direktbelieferung durch 14 eigene Fahrzeuge
Gesamtausstoß: 140.000 hl p. a.
Brauwasserversorgung: eigener Brunnen, 176 m Tiefe, attestierte Mineralwasserqualität
Rohstoffe: ausschließlich Aromahopfen aus der Hallertau und Braugerste von Landwirten aus der Region
Kooperation: Abfüllung für Klosterbrauerei Reutberg
Vertrieb: Oberbayern mit Schwerpunkt Stadt und Landkreis München

Fortschritt zur Wahrung der Tradition

Wer als mittelständische Brauerei mit den Großbrauereien mithalten will, muss konkurrenzfähig bleiben. Kreativität, Qualität, Regionalität und Innovation – in nichts werden diese Aspekte deutlicher als in der 1999 fertiggestellten neuen Brauerei, mit der Bräu Franz Inselkammer seine Ideale verwirklichte.
Die neue Brauerei Aying ist ein Musterbeispiel, wie Modernität und Tradition eine wegweisende Verbindung eingehen können. Mit unserem ganzheitlichen Konzept der Regionalität haben wir eine wirkungsvolle Antwort auf die wachsende Undurchschaubarkeit der deutschen Brauereilandschaft und deren Produkt Bier gefunden.

Chronik

1876 Brauereigründer Johann Liebhard

Im Jahr 1876 übernahm der Gründervater der Brauerei Aying, Johann Liebhard, von seinen Eltern das land- und forstwirt- schaftliche Anwesen "Zum Pfleger" mit Tafernwirtschaft und Metzgerei, das schon seit ca. 1810 im Besitz der Familie war. Seine Frau Maria, eine Posthalterstochter aus Markt Schwaben, war – wie übrigens alle Frauen aus den Bräugenerationen – bei der Bewirtschaftung die wichtigste Stütze.
In der wirtschaftlichen Hochstimmung in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts nach dem Sieg Deutschlands über Frank- reich, reifte in ihm der Entschluss, eine eigene Brauerei zu gründen. Dies war in dieser Zeit nicht so außergewöhnlich, so gab es allein in Bayern um 1880 etwa 6.000 Brauereien. Heute sind davon noch rund 650 in Betrieb.

1877/78 Aufbau der Liebhard'schen Brauerei
1877 begann Johann Liebhard mit dem Bau seiner Brauerei, was eine erhebliche Investition darstellte. Räume für ein Sud-
haus, Gär- und Lagerkeller und eine Mälzerei mussten errichtet und sämtliche Einrichtungsgegenstände per Bahn antrans-
portiert und dann mit Pferd und Wagen von Sauerlach, dem nächstgelegenen Bahnhof, angefahren werden.
Bier brauen konnte man damals übrigens nur im Winter, von Michaeli (29. September) bis Georgi (23. April), wegen der Lagermöglichkeit bei natürlicher Kälte.
Am 2. Februar 1878 war es soweit: Johann Liebhard schrieb in sein Tagebuch: "Von uns das erste Bier ausgeschenkt, sehr gut und alles voll Leut. Michl und Müller von Höhenkirchen solche Räusch, dass sie beim Heimfahren zehnmal umgeworfen."

Um 1900 Wichtige technische Entwicklungen
Es war die Zeit des technischen Fortschritts. Der damalige Ayinger Bürgermeister Michael Kometer und Johann Liebhard waren es, die das Projekt einer Lokalbahn vorantrieben. Der Einsatz lohnte sich und die Freude war groß, als am 2. März 1900 um 1.12 Uhr die Postadjunktin Maria Liebhard, spätere Frau Zehentmair, die Depesche entgegennehmen konnte: "Unsere Bahn ist genehmigt".
Am 28. Mai 1904 wurde die erste Probefahrt der neuen Bahn durchgeführt. Die Fahrkarte von Aying nach München kostete damals 43 Pfennig.
Auch dem technischen Fortschritt in der Kommunikation war Johann Liebhard aufgeschlossen: Am 12. Juni 1904 wurde der erste private Telefonanschluss über die Telegraphenanstalt in Aying in seinem Hause eingerichtet; erst 1911 sollte der elektrische Strom kommen.

1904 - 1917 Die Ära August & Maria Zehentmaier

Liebhard hatte keine männlichen Erben. 1904 heiratete seine älteste Tochter und Erbin Maria den Landwirts- und Ziegelei-
besitzerssohn August Zehentmair aus Perlach. Bald nach der Eheschließung übergab Johann Liebhard den Besitz in Aying an seine Tochter und seinen Schwiegersohn, die den Betrieb engagiert weiterführten. Schon 1910 verstarb der Gründer der Brauerei.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges begannen schwere Zeiten für die Familie. August Zehentmair musste in den Krieg ziehen. Seine Frau war mit den kleinen Töchtern Maria, Kreszenz und Annie ganz auf sich gestellt und führte dabei umsichtig den Betrieb durch diese Zeit. Den bayrischen Brauereien wurden seinerzeit nur noch 15 Prozent des üblichen Malzkontingents zugewiesen. Deshalb wurde auch in Aying nur mehr Dünnbier mit 1,5  bis 2 % Stammwürze gebraut.

1918 - 1925 Jahre der Wirtschaftskrise

Nach Ende des Kriegs 1918 kehrte August Zehentmair wieder heim. Die folgenden Jahre der Wirtschaftskrise waren hart. Große Absatzschwierigkeiten aufgrund der schlechten finanziellen Lage der Bauern, den wichtigsten Abnehmern der Brauerei, waren ein schwerer Schlag für den Bräu. Überdies brannte 1921 auch noch das Jacklhaus, das zum Hof der Liebhards gehörte, bis auf die Grundmauern nieder.
August und Maria Zehentmair errichteten an diesem Platz den 1923 fertiggestellten Brauereigasthof Aying, für den sie tief in die Kasse greifen mussten. Die galoppierende Inflation zwang den Bräu einen Kredit aufzunehmen, den er mit Grund und Boden absichern konnte, dessen Rückzahlung ihn aber durch sinkende Bodenpreise und zunehmende Geldentwertung in weitere Schwierigkeiten brachte. Nachdem Zehentmair alle Reserven mobilisiert hatte, konnte die Restschuld getilgt werden.

1926 - 1928 Aufschwung mit Flaschenbier

Nach all den vielen Rückschlägen ging es wieder bergauf. Der technische Fortschritt wurde konsequent auch für die Brauerei genutzt. Seitdem Aying 1911 an den elektrischen Strom ange-
schlossen worden war, war die Grundvoraussetzung für die Technisierung der Brauerei geschaffen worden.
Bis Mitte der 20er Jahre war nur Fassbier zum Ausschank gekommen. Danach jedoch wurde zunehmend Flaschenbier verlangt, so dass 1926 eine Flaschenwasch- und Füllanlage angeschafft wurde. Der Gärkeller musste erweitert und 1928 ein neues Kühlschiff, mit dem dafür typischen Gebäude, errichtet werden.
Durch die Stillegung der Schloßbrauerei in Egmating vergrößerte sich der Kundenkreis und der Bierausstoß konnte beträchtlich gesteigert werden.

1927 - 1932 Ayinger Bier für München
1927 wurde der erste Lastwagen (Fabrikat Hansa-Lloyd) gekauft. Damit war es endlich möglich, das Bier auch über weite Strecken zu befördern, ohne dass es an Qualität verlor. Die Pferdefuhrwerke gehörten der Vergangenheit an. Nun konnte die Bierlieferung in die Landeshauptstadt München beginnen. Allein die Hälfte der Gesamtproduktion von 10.000 hl im Jahre 1929 wurde in München verkauft. 1930 wurden sogar 16.000 hl produziert!

Der erste "Ayinger" Wirt in München war der Bayrische Hiasl der Familie Tröber, die auch heute noch gute Kunden der Brauerei Aying sind.

1933 - 1951 Franz & Maria Kreszenz Inselkammer
Das Wachstum der Brauerei wurde durch die Nationalsozialisten 1933 eingeschränkt. Ganz unverhofft verstarb August Zehentmair am 5. März 1936 im 56. Lebensjahr, ebenfalls ohne männlichen Erben. Die älteste Tochter Maria Kreszenz und ihr Mann Franz Inselkammer aus Siegertsbrunn traten die Nachfolge an.
Tatkräftig ging Franz Inselkammer ans Werk. Unterstützt wurde er dabei von seiner Schwägerin Annie Zehentmair, die in seiner 50jährigen Unternehmertätigkeit seine engste und vertrauens-volle Mitarbeiterin war. In den schwierigen Kriegs- und Nachkriegszeiten sank der Ausstoß bis 1951 auf 13.000 hl. Doch mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung und dem Einsatz von Franz Inselkammer ging es schnell wieder aufwärts. So stiegen die Ausstoßzahlen fünf Jahre später bereits auf 27.000 hl und 1963 lag man schon bei 76.000 hl.

1953 - 1962 Die Wirtschaftswunder-Jahre
1953 kaufte Franz Inselkammer Senior das Platzl-Hotel in München gegenüber dem Hofbräuhaus. Natürlich wird seitdem dort das Ayinger Bier ausgeschenkt. Aber viel wichtiger ist es, dass damit Ayinger als Markenbegriff in München eingeführt war – an prominentester Stelle! Inselkammer erreichte damit eine Sonderstellung unter den Landbrauereien.
Auch in die Brauerei wurde gewaltig investiert: Im neu erbauten Sudhaus installierte der Vater des heutigen Bräu 1957 das weltweit erste Hydroautomatik-Sudwerk der Firma Steinecker. In dem alten Stall wurde eine neue Mälzerei eingerichtet, Gär- und Lagerkeller sowie Füllereimaschinen wurden erneuert.
Anfang der 70er Jahre wurde durch den Ausbau der Brauereischänke, heute Liebhard's Bräustüberl, eine weitere Attraktion in Aying geschaffen.

1963 - 1978 Franz Inselkammer II
Besonders stolz waren Franz und Maria Kreszenz auf ihre drei Söhne Franz, August und Peter. 1963 trat der Älteste, Franz, nach einer fundierten Ausbildung als Diplom-Braumeister in Weihenstephan und Diplom-Kaufmann in das elterliche Unternehmen ein. Traditionsgemäß kümmert er sich seither um die Brauerei. Gustl leitet die Firma Isartaler Holzhaus und Peter Inselkammer ist Herr über das Münchner Platzl mit dem zugehörigen Hotel.
Die Brauerei wuchs ständig weiter. 1970 wurden verschiedene Anlagen zu klein und man beschloss, eine neue moderne Abfüllanlage mit Filtration und Versand am Ortsrand zu bauen. 1972 wurde sie mit einer Stundenleistung von 30.000 Flaschen in Betrieb genommen.
Mit einem Ausstoß von 160.000 hl erlebte die Brauerei 1978 einen Rekord in der Firmengeschichte und stieg auf Rang 50 unter den knapp 1.000 Brauereien Bayerns auf.

1978 bis heute Franz & Angela Inselkammer
Die Verwirklichung neuer Ideen und die Anwendung modernster Technik unter Beibehaltung der traditionellen Werte - dafür steht der Bräu Franz Inselkammer. Zum 100jährigen Jubiläum der Brauerei im Jahr 1978 präsentierte er u. a. den "Sixthof" als Heimathaus der Öffentlichkeit.
Auf der Suche nach einer eigenständigen Wasserversorgung initiierte der Bräu Probebohrungen in der Nähe der am 16. Oktober 1999 von Ministerpräsident Stoiber eröffneten neuen Brauerei. Heute sprudelt aus 176 Meter Tiefe das kostbare Gut in Mineralwasserqualität. Dieser Tiefbrunnen ist die einzige Quelle dieser Art im ganzen Münchner Umland.
Die Weiterführung ihres Werkes ist für Franz und Angela Inselkammer gesichert: Der künftige Bräu von Aying, Franz jun., hat nach dem Abitur eine Brauer- und Mälzerlehre in der Kosterbrauerei Andechs abgeschlossen und absolviert derzeit ein betriebswirtschaftliches Studium.

Bräu-Weisse


Obergäriges, helles Weizenbier
Alkoholgehalt: 5,1 %
Stammwürze: 12,8 °
Geruch und Geschmack des hefetrüben Weizenbieres sind von einer feinen obergärigen Hefeblume und von einem unverwechselbaren, akkuraten Bananenaroma gekennzeichnet.
Im Antrunk ist es vollmundig, sehr weich und mild mit einer guten, champagnerähnlichen Rezenz. Ein leichter, typischer Weizenbiergeschmack kommt zum Ausdruck, die Bittere ist kaum bemerkbar. Die prickelnd erfrischende Ayinger Bräu-Weisse wird jeden Weizenbierkenner auf Anhieb begeistern.


Link: www.ayinger.de